Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis90/Die Grünen) hat sich gegen eine Überprüfung und Neubewertung des Schutzstatus des Wolfs positioniert. Damit steht sie klar gegen die aktuellen Tendenzen in Deutschland und Europa, denn in dieser Hinsicht haben sich in den letzten Wochen und Monaten deutliche Änderungen ergeben. So hat das Europäische Parlament eine Resolution zur Stellung der Wölfe in Europa verabschiedet und auch die Protokollerklärung von sechs Bundesländern auf der Agrarministerkonferenz in Deutschland haben sich dieser Resolution angeschlossen und eine Neubewertung gefordert.
Das Bemerkenswerte: mit Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben drei Bundesländer mit grüner Regierungsbeteiligung die Erklärung unterzeichnet. Wir empfehlen Steffi Lemke, sich einmal in den eigenen Reihen zur landesweiten Stimmung in Sachen Wolf umzuhören und noch einmal einen Blick in den Koalitionsvertrag zu werfen. Dort heißt es wie folgt:
„Unser Ziel ist es, das Zusammenleben von Weidetieren, Mensch und Wolf so gut zu gestalten, dass trotz noch steigender Wolfspopulation möglichst wenige Konflikte auftreten. Wir werden mit allen in diesen Fragen befassten Organisationen und Verbänden einen institutionalisierten Dialog „Weidetierhaltung und Wolf“ einrichten. Wir werden durch eine Überarbeitung der Monitoringstandards die Anzahl der in Deutschland lebenden Wölfe realitätsgetreu abbilden und wollen den Ländern europarechtskonform ein regional differenziertes Bestandsmanagement ermöglichen.“
Mit ihrem Verhalten kommt die Bundesumweltministerin dem Koalitionsvertrag eben genau nicht nach. Während Grüne auf der einen Seite Rehwild als Schädling deklarieren und einen erhöhten Abschuss zugunsten des Waldumbaus fordern, verbleiben viele Vertreter dieser Partei beim Wolf hartnäckig in der alten Spur. Doch gerade für uns Jäger und alle Nutztierhalter ist Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf unabdingbar. Daher ist die Kritik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) an der Blockadehaltung von Steffi Lemke wichtig und richtig.
Zur Meldung des Deutschen Jagdverbandes geht es hier